EU will Ende 2015 Roaming-Gebühren verbieten
Mrz02

EU will Ende 2015 Roaming-Gebühren verbieten

Die Gesetzgeber der EU wollen offenbar schon früher als erwartet dafür sorgen, dass sich Mobilfunknutzer in Europa frei bewegen können, ohne dass dabei horrende Roaming-Gebühren anfallen. Außerdem soll die Netzneutralität gesichert werden, so dass Provider nicht von Firmen wie Google oder Amazon Gebühren für eine schnellere Durchleitung von Daten verlangen können.

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Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf EU-Dokumente berichtet, hat das zuständige Komittee des EU-Parlaments weitreichende Pläne für die Regulierung des Telekommunikationsmarkts in Europa, die über die bisherigen Ankündigungen von EU-Komissarin Neelie Kroes hinausgehen. Bisher wollte Kroes unter anderem dafür sorgen, dass die Roaming-Gebühren ab 2016 wegfallen.

In den Reuters vorliegenden Papieren heißt es, dass mit Wirkung ab dem 15. Dezember 2015 von den Netzbetreibern in anderen Ländern der EU “keinerlei Zuschlag” im Vergleich zu den für inländische Kommunikation in ihren Netzen anfallenden Kosten erhoben werden darf. Neben den Roaming-Gebühren für Telefongespräche sollen mögliche Zuschläge für den SMS-Versand oder die Datennutzung im Ausland zum gleichen Zeitpunkt wegfallen.

Das Komittee aus Industrievertretern schloss sich der Meinung von Fürsprechern der Netzneutralität an, die befürchten, dass die Zugangsanbieter den Zugriff auf das Internet oder bestimmte Websites sperren oder ausbremsen könnten, um deren Betreiber zur Zahlung von Abgaben für die schnellere Durchleitung zu zwingen. Wenn solche Verträge geschlossen würden, sei sicherzustellen, dass die “generelle Qualität” des Internetzugangs nicht darunter leidet, heißt es in den EU-Dokumenten dem Vernehmen nach.

Die Netzbetreiber widersprechen dem Anspruch der EU bezüglich der Netzneutralität und der Abschaffung der Roaming-Kosten natürlich. So erklärte der Verband der europäischen Telekommunikationsanbieter, dass das Prinzip, jede Art von Internet-Traffic gleich zu behandeln, den aktuellen Gegebenheiten nicht entspreche, bei denen verschiedene Arten von Traffic auch verschiedene Anforderungen haben und “effizient gemanagt werden müssen”.

Eigentlich sollte die Abstimmung über die Pläne der EU schon gestern stattfinden, wurde dann aber aus bürokratischen Gründen verschoben. Ein neuer Termin soll erst in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden. 

Quelle: winfuture.de

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Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar
Mrz02

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar

Das weltgrößte soziale Online-Netzwerk Facebook kauft den Rivalen WhatsApp. Dafür legt Facebook 19 Milliarden Dollar in bar und eigenen Aktien auf den Tisch, wie am Mittwochabend bekannt wurde

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 Zwei der weltgrößten sozialen Online-Netzwerke gehören künftig zusammen: Platzhirsch Facebook mit seinen mehr als 1,2 Milliarden Mitgliedern schluckt den Kurznachrichten-Dienst WhatsApp mit gut 450 Millionen Nutzern. “WhatsApp wird uns dabei helfen, unsere Mission zu erfüllen, die ganze Welt zu vernetzen”, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch bei der Verkündung des vollkommen überraschenden Geschäfts.

Facebook lässt sich den Zukauf insgesamt 19 Milliarden Dollar kosten oder umgerechnet 14 Milliarden Euro. “WhatsApp ist auf dem besten Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden”, begründete Zuckerberg die hohe Kaufsumme für ein Unternehmen mit gerade einmal 55 Mitarbeitern. “Dienste, die eine Milliarde Nutzer haben, sind unglaublich wertvoll”, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die Facebook-Aktie fiel nachbörslich um 3 Prozent.

Über die Smartphone-App WhatsApp können Nutzer miteinander Text- und Sprachnachrichten, Fotos oder Videos austauschen. WhatsApp hat sich damit fest als SMS-Alternative etabliert. Alleine in Deutschland nutzten zuletzt 30 Millionen Menschen den Dienst. Weltweit komme täglich mehr als eine Million Nutzer hinzu, erklärte Zuckerberg. 70 Prozent der Leute nutzten WhatsApp jeden Tag.

Jährliche Abo-Gebühr von einem Dollar

Damit endet zugleich ein Experiment für einen Kommunikationsdienst, der nicht auf Nutzerdaten aus war und sich nicht durch Werbung finanzierte. Mitgründer Jan Koum, der jetzt in den Facebook-Verwaltungsrat einzieht, hatte stets betont, man wolle das nicht. WhatsApp finanzierte sich anfangs über den Kaufpreis für die App und zuletzt über eine jährliche Abo-Gebühr von einem Dollar.

Angesichts der Größe sei auch so genug Geld für den Betrieb zusammengekommen, beteuerte Koum noch vor einigen Wochen bei der Internet-Konferenz DLD in München. In Deutschland waren es zuletzt 30 Millionen Nutzer. Pro Tag wurden weltweit rund 18 Milliarden Nachrichten verschickt. WhatsApp schlug diese Lawine mit einem schmalen Budget und nur 50 Mitarbeitern um. Gemessen daran sind die 16 Milliarden Dollar ein sehr stolzer Preis.

Mit dem Zukauf reagiert Zuckerberg auch auf immer wiederkehrende Medienberichte, dass Teenager Facebook den Rücken kehrten und zu alternativen Diensten wie eben WhatsApp gingen. Diese Sorge hatte zwischenzeitlich zu deutlichen Kursverlusten geführt. Auf die Frage eines Analysten, ob die Nutzer bei WhatsApp denn jünger seien, konnte Facebook-Finanzchef David Ebersmann aber keine Auskunft geben: “Der Dienst fragt nicht nach dem Alter, wenn man sich anmeldet.”

Keine Veränderung für Kunden

Durch die Übernahme werde sich für die Nutzer nichts ändern, versprach WhatsApp. Der Dienst werde nach wie vor für eine kleine Gebühr nutzbar sein und keine Werbung werde die Kommunikation unterbrechen, erklärte die Firma in einem Blogeintrag. “WhatsApp wird autonom bleiben und unabhängig agieren”, hieß es. Auch Zuckerberg versicherte, dass das WhatsApp-Team seine Unabhängigkeit unter dem Dach von Facebook behalten werde.

Wie sich der hohe Kaufpreis letztlich rechnen soll, ließ Zuckerberg offen. Zunächst einmal gehe es darum, dass der Dienst weiter wachse auf “eins, zwei oder drei Milliarden Mitglieder”, sagte Zuckerberg. “Es gibt es mehrere Wege, wie wir damit Geld verdienen können.” Werbung zähle in seinen Augen nicht dazu.

Facebook überweist zunächst vier Milliarden Dollar in bar sowie Aktien im Wert von 12 Milliarden Dollar an die WhatsApp-Besitzer. In den kommenden Jahren sollen weitere Aktien im Wert von aktuell drei Milliarden Dollar an die Gründer und Mitarbeiter fließen. Mitgründer Jan Koum zieht in den Verwaltungsrat von Facebook ein, das höchste Firmengremium.

Wettbewerbshüter müssen noch zustimmen

Facebook hat bereits einen eigenen Messaging-Dienst mit ähnlichen Funktionen. Dieser soll auch parallel weiterentwickelt werden. Allerdings kaufte Zuckerberg auch schon für knapp eine Milliarde Dollar die Foto-Plattform Instagram, obwohl Facebook-Nutzer bereits Bilder austauschen konnten. Auch die derzeit populäre Foto-App Snapchat, bei der Bilder von alleine verschwinden, wollte Facebook dem Vernehmen nach vor Kurzem kaufen, die Gründer lehnten jedoch ab.

Der Deal um WhatsApp kommt nur wenige Tage nachdem der japanische Online-Händler Rakuten für 900 Millionen Dollar die Kommunikations-App Viber gekauft hat. Das WhatsApp-Geschäft muss allerdings noch von den Wettbewerbshütern abgesegnet werden. Der Abschluss soll später im Jahr erfolgen.

Quelle: welt.de

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YuMp3.eu im neuen Look!
Feb06

YuMp3.eu im neuen Look!

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Nach nun schon fast 8 Jahren wurde es mal wirklich Zeit unser Design völlig neu zu gestalten. Und damit heißen wir euch herzlich willkommen auf der neuen YuMp3.eu Seite. Eine völlige Überarbeitung war schon längst fällig jedoch kamen wir nicht dazu aus Zeit sowie diversen anderen Gründen jetzt jedoch ist es so weit wie ihr auch selbst entnehmen könnt. Wir hoffen das neue Design gefällt euch und ihr habt weiterhin viel Spass beim Musikhören sowie herunterladen.

Es sind noch nicht alle Sections online dies wird jedoch in den nächsten Tagen der Fall sein und dann könnt ihr schon all` unsere Services wie gewohnt verwenden und auch einige neue Sachen kennenlernen.

Wir möchten uns mal an dieser Stelle an all´ unseren Besuchern für die Jahrelange Treue bedanken und hoffen darauf euch weiterhin und eure Freunde auf unserer Seite zu begrüßen.

Vielen Dank an alle, macht weiterhin so weiter und empfiehlt uns auch euren Freunden weiter!

Liebe Grüße & have fun

Euer YuMp3.eu Team

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Dzeny bringt die Musik im Ex-Jugoslawischen Raum auf den nächsten Level
Feb06

Dzeny bringt die Musik im Ex-Jugoslawischen Raum auf den nächsten Level

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Dzeny ist eine junge und begeisterte R&B/Pop Sängerin sowie auch Songwriterin die in Trebinje (Bosnien und Herzegowina) geboren wurde.

Anders als alle anderen SängerInnen die wir im Laufe der Jahre auf unserer Seite promotet haben, bringt Dzeny etwas mit sich, was wir
in dieser Form noch nie erlebt haben. Und zwar eine sehr hohe Qualität, die man am Balkan nur selten bis gar nicht findet.
Wir sind Felsenfest davon überzeugt, dass Dzeny die Musik am Balkan auf eine noch nie dagewesene Ebene bringen kann.

Durch Dzenys Adern fließt „Musik“
Diese Aussage bekräftigt auch ihr Motto „Music is not just what I do – it‘s who I am“
Dzeny besuchte eine Musikschule wo sie schon in Kindesalter verschiedene Instrumente spielen lernte, darunter zählen unter anderem Trommeln, Klavier und Gitarre.
In sehr jungem Alter begann sie auch zu singen, wobei sie auch gleichzeitig einige Computerprogramme zur Musikproduktion entdeckte.

Bisher konnte Dzeny schon einige nennenswerte Erfahrungen sowohl in Schweden, wo sie seit Ausbruch des Balkankrieges 1993 lebt, als auch im Ex-Jugoslawischen Raum sammeln. Sie hatte die Gelegenheit mit einigen großen Namen zu arbeiten, wie zum Beispiel Fahrudin Pecikoza und Mahir Sarihodzic, mit dem sie auch ihren Song „Kad Zvona Zazvone“ aufzeichnete.
Besonders in ihrem Heimatland Bosnien schlug das Lied gleich von Anfang an gut ein und befand sich für mehrere Monate auf Platz 6 der Top Charts des Landes.
Auch einige der meistverkaufen Zeitungen Bosniens fanden es lohnenswert ein Artikel über den Song und die junge engagierte Sängerin zu veröffentlichen.

„Kad Zvona Zazvone“ könnt Ihr offiziell bei uns herunterladen sowie auch den Spot zum Song auf YouTube anschauen.

Aktuell nimmt Dzeny an der Musiktalentshow „ZMBT“, die ihr jeden Freitag und Samstag jeweils ab 21:00 auf Hayat TV sehen könnt, teil.

 

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Jugoslawien und Tito bleiben
Feb06

Jugoslawien und Tito bleiben

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Die verschieDie verschiedenen Formen der Jugo-Nostalgie sind viel mehr als nur Sehnsucht nach der vergangenen Zeit – und haben deshalb immer noch ihre Legitimation

Nostalgie sei das “Gefühl der Unwiederbringlichkeit und des Verlusts”, hat es die europäische Schriftstellerin Dubravka Ugrešić einmal beschrieben – eine Art elegische Hinwendung zu einer verflossenen Zeit oder Epoche.

Die gesellschaftlichen Phänomene, die unter dem Namen “Jugo-Nostalgie” bekannt sind und bestimmte Seiten der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien hochleben lassen, sind jedoch weitaus mehr als nur die Wehmut nach einer vergangenen Zeit. Sie sind Ausdruck unterschiedlicher Sehnsüchte, aber auch Kritiken mit verschiedenen Ursachen und Funktionen und bleiben auch deswegen zwei Jahrzehnte nach dem tragischen Zerfall Jugoslawiens am Balkan und in der ex-jugoslawischen Diaspora in Mode.

Therapie für die entwurzelten “Unsrigen“

Da gibt es auf der einen Seite die von Ugrešić in ihrem Buch “Ministerium der Schmerzen” so trefflich beschriebenen entwurzelten “Unsrigen”. Das sind im Exil lebende Ex-Jugoslawen, denen die Jugo-Nostalgie als eine Art Therapie bei der Aufarbeitung der im Krieg erlittenen Traumata wie auch auf der Suche nach der verlorenen Identität helfen kann.

Diese Menschen schleppen ihre “jugo-nostalgischen Erste-Hilfe-Koffer” (wie Ugrešić sie bezeichnete), die gefüllt sind mit unterschiedlichen Produkten aus der jugoslawischen Zeit wie “Jadro”-Waffelschnitten, “Kiki”-Bonbons und “Minas”-Kaffee und sie an die gute alte Zeit erinnern. An die Zeit, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten diskreditiert wurde, und somit auch an einen Teil der persönlichen Geschichte dieser Menschen.

Das Auflebenlassen der alten Zeit hat neben dem Verbindenden mit anderen “Leidensgenossen” auch therapeutische Effekte, denn, wie Ugrešić richtig schrieb, “nur wenn wir uns mit der eigenen Vergangenheit versöhnen, können wir aus ihr entlassen werden”. Zwar dürfte diese Funktion der Jugo-Nostalgie längst nicht mehr die Rolle spielen wie noch vor einigen Jahren, dennoch gibt es sie weiterhin.

Sehnsucht nach Sicherheit und einem starken, unabhängigen Staat

Doch auch die junge Generation, die die “gute alte Zeit” nicht bewusst miterlebt hat, befasst sich mit der Jugo-Nostalgie. In einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Lied namens “Yustalgija” entwirft der bosnisch-herzegowinische Rapper Priki alias Haris Rahmanović, geboren 1987, ein interessantes Szenario: Im Prolog entführt er die Zuseher in eine alternative Version der jugoslawischen Geschichte. Statt der Kriege gab es in den 90ern eine Umgestaltung Jugoslawiens zur Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, einem wirtschaftlich starken Staat, der es sich sogar leisten kann, der EU nicht beizutreten. Im Refrain heißt es: “Ich wünsche mir, dass mit uns alles in Ordnung ist, ich wünsche mir, dass diese verdammte Dunkelheit vorbeigeht” (Želim da je sve okej sa nama, želim da prođe prokleta tama).denen Formen der Jugo-Nostalgie sind viel mehr als nur Sehnsucht nach der vergangenen Zeit – und haben deshalb immer noch ihre Legitimation

Nostalgie sei das “Gefühl der Unwiederbringlichkeit und des Verlusts”, hat es die europäische Schriftstellerin Dubravka Ugrešić einmal beschrieben – eine Art elegische Hinwendung zu einer verflossenen Zeit oder Epoche.

Die gesellschaftlichen Phänomene, die unter dem Namen “Jugo-Nostalgie” bekannt sind und bestimmte Seiten der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien hochleben lassen, sind jedoch weitaus mehr als nur die Wehmut nach einer vergangenen Zeit. Sie sind Ausdruck unterschiedlicher Sehnsüchte, aber auch Kritiken mit verschiedenen Ursachen und Funktionen und bleiben auch deswegen zwei Jahrzehnte nach dem tragischen Zerfall Jugoslawiens am Balkan und in der ex-jugoslawischen Diaspora in Mode.

Sehnsucht nach Sicherheit und einem starken, unabhängigen Staat

Doch auch die junge Generation, die die “gute alte Zeit” nicht bewusst miterlebt hat, befasst sich mit der Jugo-Nostalgie. In einem vor wenigen Wochen veröffentlichten Lied namens “Yustalgija” entwirft der bosnisch-herzegowinische Rapper Priki alias Haris Rahmanović, geboren 1987, ein interessantes Szenario: Im Prolog entführt er die Zuseher in eine alternative Version der jugoslawischen Geschichte. Statt der Kriege gab es in den 90ern eine Umgestaltung Jugoslawiens zur Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, einem wirtschaftlich starken Staat, der es sich sogar leisten kann, der EU nicht beizutreten. Im Refrain heißt es: “Ich wünsche mir, dass mit uns alles in Ordnung ist, ich wünsche mir, dass diese verdammte Dunkelheit vorbeigeht” (Želim da je sve okej sa nama, želim da prođe prokleta tama).

Priki – Yustalgija

Was in diesem Lied zum Ausdruck kommt, ist eine der derzeit gängigsten Formen der Jugo-Nostalgie, die aufgrund der anhaltend prekären wirtschaftlichen Lage am Balkan die Sehnsüchte nach (wirtschaftlicher) Sicherheit und einem starken Staat ausdrückt. In dem Song vertritt Priki zudem klassische kapitalismuskritische Positionen, die er durch den Verweis auf das damalige Jugoslawien und den “Sozialismus mit menschlichem Antlitz” unterstreicht. Der Wunsch nach einem unabhängigen Staat, wie es das blockfreie Jugoslawien war, kommt durch EU-kritische Haltungen im Text zum Ausdruck.

“Genosse Tito, wir geloben”

Dann gibt es wiederum die Tito-Nostalgie. Zum einen wird mit ihr der Titoismus, die realsozialistische Politik seiner Zeit, gewürdigt. Zum anderen aber wird die Person Tito aus diversen Gründen verehrt: sei es aufgrund seiner internationalen Bekanntheit, die im Volk selbst ein Gefühl der Bedeutsamkeit weckte und im krassen Gegensatz zur heutigen Gegenwart steht, in der die Nachfolgestaaten Jugoslawiens wie auch ihre Politiker international wenig Bedeutung haben. In dieser Funktion ist die Jugo-Nostalgie beziehungsweise die Tito-Nostalgie ein Ausdruck des Wunsches nach einem Wiederaufeben der politischen Bedeutung der Region und damit auch der Aufwertung der persönlichen Bedeutungswahrnehmung.

Insbesondere unter der älteren Generation werden auch bestimmte jugoslawische Traditionen wiedererweckt und Feiertage gefeiert, so etwa der 7. Mai, Titos Geburtstag, in seinem Geburtsort Kumrovec (Kroatien). Seit einigen Jahren gibt es in Belgrad auch wieder den berühmten Staffellauf (Štafeta), wenn auch in etwas anderer Form. Zur Zeit Titos hieß er noch Staffellauf der Jugend (Štafeta mladosti) und hatte seinen Startpunkt jedes Jahr in einer anderen Stadt und endete mit einer großen Feier am 25. Mai, dem Tag der Jugend, in Belgrad. Die neue Variante startet beim ehemaligen Domizil Titos in Belgrad und führt bis zum Haus der Blumen, wo Tito begraben liegt. 2011 nahmen mehr als 10.000 Personen daran teil.

Mittlerweile gibt es am Balkan zahlreiche Geschäfte mit Tito-”Devotionalien”. Kaffeehäuser, die seinen Namen tragen oder zumindest durch das Interieur an seine Zeit erinnern. Bei den vielen Treffen der Tito-Nostalgiker, die die Verbände der ehemaligen Partisanen organisieren, wird das Lied “Genosse Tito, wir geloben dir” (Druže Tito, mi ti se kunemo) lauthals gesungen.

“Jugoslavija, Jugoslavija!”

Die wahrscheinlich gängigste Form der Jugo-Nostalgie dient dem Ausdruck einer anti-nationalistischen Denkweise wie auch dem Wunsch, Jugoslawiens Leitmotto “Brüderlichkeit und Einheit” (Bratstvo i Jedinstvo) den Balkanvölkern wieder zu vergegenwärtigen. So hat der derzeit beste Tennisspieler der Welt, Novak Djoković, kurz vor seiner Titelverteidigung bei den Australian Open 2013 ein Foto, auf dem er mit einigen Tennisspielern aus dem ehemaligen Jugoslawien abgelichtet wurde, auf Twittter verbreitet und mit “Jugoslavija, Jugoslavija!! Tako je momci” (Jugoslawien, Jugoslawien, so ist das, Burschen) kommentiert.

Djoković ist jener Prominente vom Balkan, der sicher am häufigsten mit dieser Art der Jugo-Nostalgie auffällt. Berühmt ist auch seine Aussage “Ich fühle mich wie ein Vertreter aller Völker des ehemaligen Jugoslawien”. In kroatischen Medien wird er mitunter auch als “unser” (naš) bezeichnet, oder wie es der kroatische Fußballtrainer Miroslav Blažević einmal sagte: “Auch wir Kroaten sind stolz auf Djoković, denn schließlich sind wir alle vom Balkan.”

Diese Form der Jugo-Nostalgie ist unter den Jugendlichen am häufigsten verbreitet. Sie zeigt sich durch das gemeinsame Feiern, durch das Besuchen der jeweils anderen Staaten, durch das Hören alter jugoslawischer Bands. Das alles spiegelt das Bedürfnis wider, den ethnozentrierten Politiken ein Ende zu setzen und das Gemeinsame wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Solange die Jugo-Nostalgie den Menschen alternative politische und gesellschaftliche Konzepte vergegenwärtigt, solange sie die Kritikfähigkeit der jungen Generationen nährt, so lange wird sie ihre Legitimation haben und auch en vogue bleiben. Denn schließlich besitzt sie die Kraft, zu vereinen – etwas, das am Balkan noch immer dringend notwendig ist.

Quelle: Siniša Puktalović, daStandard.at

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